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VERSCHWINDET DAS KARPALTUNNELSYNDROM VON ALLEINE WIEDER?
07 Oktober 2025
1. November 2025 by Doris Lieba-Samal in Allgemein

WENN DAS KARPALTUNNELSYNDROM NICHT ALLEINE KOMMT – KARPALTUNNELSYNROM UND ANDERE ERKRANKUNGEN

Eine Reihe anderer Erkrankungen geht mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines Karpaltunnelsyndroms einher. Der Hauptgrund dabei sind die Sehnen für die Muskeln, die die Finger beugen und die den Nerv durch den Karpaltunnel begleiten.

Diabetes mellitus – Zuckerkrankheit und Karpaltunnelsyndrom

In Österreich leben nach Schätzungen 600.000 bis 800.000 Menschen mit Diabetes, die meisten davon haben Diabetes mellitus Typ 2 (1) . Diabetes brigt das Risiko vieler Folgeerkrankungen, die im Grunde alle Organe betreffen können, so auch die Sehnen und Gelenke. Was Aufgrund des erhöhten Zuckerspiegels kommt es zu Ablagerungen (2), auch den Sehnen, die mit dem Medianusnerv durch den Karpaltunnel verlaufen. Durch den zunehmenden Platzverbrauch des Sehnen wird es für den Nerv zu eng – und er „meldet“ sich in Form des Karpaltunnelsyndroms. Man geht davon aus, dass  zwischen 14 und 30% der PatientInnen mit Diabetes an einem Karpaltunnelsyndrom leiden.(3) Dies ist deutlich höher als in der Normalbevölkerung, wo eine Häufigkeit von etwa 5-10% geschätzt wird.(4) Im Hinblick auf die Diagnose eines Karpaltunnelsyndroms bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes ist zu beachten, dass diese oft Veränderungen in der Nervenmessung und auch im Ultraschall zeigen ohne wirklich Probleme mit einem Karpaltunnelsyndrom zu haben. Eine Art „Screening“ ist bei diesen PatientInnen also nicht angezeigt.(5)

Rheuma und Karpaltunnelsyndrom

Rheumatoide Erkrankungen betreffen Millionen Menschen weltweit. Sie verursachen unter anderem chronische Schmerzen, eine Zerstörung von Gelenken und im schlimmsten Fall zunehmende Behinderung. Darunter fallen verschiedene Entitäten wie die Osteoarthritis, rheumatoide Arthritis, Psoriasisarthritis und einige Erkrankungen der Bindegewebe wie der Systemische Lupus erythematosus, Systemische Sklerose oder das Sjögren Syndrom. Der gemeinsame Nenner dieser Gruppe von Erkrankungen ist eine Fehlreaktion des eigenen Immunsystems, welches fälschlicherweise den eigenen Körper attackiert und so eine chronische Entzündung verursacht. Diese kann einerseits die Beugesehnen, die mit dem Nerv durch den Karpaltunnel begleiten, befallen, welche dann mehr Platz in der Engstelle brauchen.  Andererseits können die Handwurzelknochen betroffen sein, die den Boden des Karpaltunnels bilden. Durch Verlust von Knorpel und Umbauvorgängen von Knochen ändert sich die Anatomie des Karpaltunnels und kann so auch zur Einengung des Nervs führen. Im Falle der Rheumatoiden Arthritis kann es zu einer sogenannten Pannusbildung kommen, was eine überschüssige Bildung von entzündlichem Bindegewebe bezeichnet, welche bei Wachstum im Karpaltunnel ebenfalls den Platz verengen kann.

Die Häufigkeit des Karpaltunnelsyndroms bei rheumatologischer Erkrankung variiert stark, die meisten liegen für die Rheumatoide Arthritis vor, dabei waren in den größeren zwischen 4 und 26% betroffen, bei einer fast alle PatientInnen (95%). (6)

TRANSTHYRETIN- AMYLOIDOSE (ATTR)

Transthyretin ist ein Protein, das in unserem Körper für den Transport von Vitamin A und eines Schilddrüsenhormons zuständig ist. Wenn unser Körper dieses versehentlich falsch herstellt, lagert es ist in vielen Organen, vor allem in den Nerven und dem Herzmuskel, ab. Diese Ablagerungen verursachen eine Zerstörung der betroffenen Organe. Die typischen Symptome umfassen eine Kardiomyopathie (Herzschwäche), Polyneuropathie (Schädigung der längsten Nervenfasern im Körper = beginnend in den Beinen), beidseitiges Karpaltunnelsyndrom und eine lumbalen Spinalkanalstenose (= Verengung des Wirbelkanals in der Lendenwirbelsäule). Es werden zwei wesentliche Varianten unterschieden: ATTRv  (v für Variante)– welche aufgrund einer Veränderung im Transthyretin-Gen verursacht wird – und ATTRwt (wt für Wildtyp) – ohne diese. Die erste Form tritt im Erwachsenenalter auf, die zweite Form tritt erst später im Leben auf, betrifft typischerweise Männer ab dem 65. Lebensjahr und verläuft milder. Das Karpaltunnelsyndrom betrifft 20 bis 73% der PatientInnen mit ATTR-Amyloidose – ist also massiv erhöht gegenüber der Normalbevölkerung. Noch wichtiger in diesem Zusammenhang ist aber, dass zwar bei den meisten PatientInnen die Herzschwäche das erste Symptom war, aber gleich danach das Karpaltunnelsyndrom der erste Hinweis für die Erkrankung war (38%).(7) Das Karpaltunnelsyndrom ging der Diagnose einer Amyloidose um bis zu 12 Jahren voraus.(8) Ein kurzes Screening auf sonstige Erkrankungen ist also auch beim Karpaltunnelsyndrom angebracht.

 

ANDERE ERKRANKUNGEN – SCHILDDRÜSENERKRANKUNG UND GICHT

Die Schilddrüsenunterfunktion verdoppelt das Risiko einer Entwicklung des Karpaltunnelsyndroms (9). Eine eher seltene Ursache stellt die Ablagerung von Gichtkristallen in den Sehnen dar.

Priv. Doz. Dr. Doris Lieba-Samal
Spezialistin für die Diagnose und Behandlung des Karpaltunnelsyndroms

Als spezialisierte Neurologin biete ich Ihnen fundierte Diagnosen und individuelle Therapien für das Karpaltunnelsyndrom und verwandte Nervenbeschwerden. Vertrauen Sie auf mein Wissen und meine Erfahrung, um Ihre Beschwerden zu lindern und Ihre Lebensqualität zu verbessern.

Mit meiner Spezialisierung auf das Karpaltunnelsyndrom unterstütze ich Sie kompetent auf Ihrem Weg zu Linderung und Heilung. Von der Diagnose bis zur individuellen Therapieplanung stehe ich Ihnen zur Seite.

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ÜBER MICH
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Referenzen:

  1. oedg.at
  2. Khalid M et al. Advanced Glycation End Products and Diabetes mellitus: mechanisms and perspectives. Biomolecules 2022; 12 (4): 542
  3. Hussain S et al. From glycemia to grip: a comprehensive review of musculoskeletal complications in diabetic patients. Cureus 2025; 17 (8): e90838
  4. Diagnostik und Therapie des Karpaltunnelsyndroms – S3 Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie/Neurochirurgie/Neurologie/Orthopädie und Unfallchirurgie – Update (revidierte Fassung) 2022
  5. Heiling B et al. Electrodiagnostic testing and nerve ultrasound of the carpal tunnel in patients with type 2 diabetes. J Clin Med 2022; 22 (12): 3374
  6. Birsanu L et al. Carpal tunnel syndrome related to rheumatic disease. Exper Ther Med 2024; 28 (4): 389
  7. Formiga F et al. Musculoskeletal co-morbidities in patients with transthyretin amyloid cardiomyopathy: a systematic review. ESC Heart Failure 2024; 11: 662-7
  8. Aldinc E et al. Mysculoskeletal manifestations associated with transthyretin-mediated (ATTR) amyloidosis – a systematic review. BMC Musculoskeletal Disorders 2023; 24: 751
  9. Abuzinadah A. Effect of hypothyroidism on the risk of carpal tunnel syndrome and electrodiagnostic parameters. Neurol Int 2025; 17 (9): 150
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